Ein Stundensatz, der auch deine KI-Kosten trägt
Einen Stundensatz berechnest du von hinten: Was musst du im Jahr umsetzen, damit nach Vorsorge und Kosten dein Wunschgewinn bleibt, und wie viele Stunden davon kannst du wirklich abrechnen? Mindeststundensatz = nötiger Umsatz ÷ abrechenbare Stunden. Arbeitest du mit KI-Agenten, kommen zwei Dinge dazu: KI-Kosten als eigene Kostenart und Aufgaben, die in einem Bruchteil der Zeit fertig sind. Dieser Ratgeber zeigt die klassische Herleitung, einen Rechner und was KI am Stundensatz ändert.
Stundensatz berechnen in fünf Schritten
Wunschgewinn festlegen
Was dir im Jahr vor Einkommensteuer bleiben soll.
Vorsorge addieren
Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit: als Selbstständiger zahlst du sie selbst.
Kosten addieren
Betriebskosten wie Hardware, Software, Büro, Versicherungen, Buchhaltung, und die KI-Kosten.
Abrechenbare Stunden schätzen
Arbeitstage mal Stunden je Tag mal Auslastung.
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Nötiger Umsatz geteilt durch abrechenbare Stunden ergibt den Mindeststundensatz, netto.
Wie viele Stunden du wirklich abrechnen kannst
Der häufigste Fehler ist, mit 40 Stunden mal 52 Wochen zu rechnen. Ein angenommenes Beispiel: 365 Tage minus 104 Wochenendtage, rund 10 Feiertage, 30 Tage Urlaub, 10 Tage Krankheit und 11 Tage Weiterbildung ergeben 200 Arbeitstage.
Bei 8 Stunden je Tag sind das 1.600 Stunden. Abrechnen kannst du davon nur, was beim Kunden ankommt. Akquise, Angebote, Rechnungen und Verwaltung zahlt niemand. Bei 70 % Auslastung bleiben 1.120 abrechenbare Stunden im Jahr.
Vorsorge, Versicherung und Steuern, grob
Kranken- und Pflegeversicherung und Altersvorsorge trägst du als Selbstständiger allein. Wie hoch sie ausfallen, hängt von Einkommen, Versicherungsart und Alter ab. Zur Orientierung: IT-Freelancer legen laut Freelancer-Kompass 2026 im Median 1.000 Euro im Monat für die Altersvorsorge zurück. Im Rechner stehen 24.000 Euro im Jahr für Versicherung und Vorsorge zusammen, eine Annahme.
Die Einkommensteuer zahlst du aus dem Gewinn; deshalb rechnest du mit dem Wunschgewinn vor Steuern. Der Stundensatz ist ein Nettobetrag: Bei Regelbesteuerung stellst du die Umsatzsteuer zusätzlich in Rechnung. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG nicht, solange dein Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht übersteigt.
Das ersetzt keine Steuerberatung. Was dir nach Steuern bleibt, klärst du am besten mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.
Stundensatz berechnen: der Rechner
Dein Mindeststundensatz
Die Startwerte sind Annahmen, keine Marktdaten. Mindeststundensatz = nötiger Umsatz ÷ abrechenbare Stunden; Einkommensteuer zahlst du aus dem Gewinn, Umsatzsteuer kommt bei Regelbesteuerung auf den Satz.
KI-Kosten als eigene Kostenart
KI-Kosten gehören nicht in die Betriebskosten-Pauschale, weil sie anders wachsen. Ein Abo kostet jeden Monat dasselbe, egal wie viel du arbeitest. Wer zu API-Preisen arbeitet, zahlt nach Verbrauch: mehr Projekte, längere Kontexte und teurere Modelle treiben die Kosten.
Rechne sie deshalb getrennt und schau, was sie je abrechenbarer Stunde ausmachen. Bei einem Abo ist das oft ein kleiner Betrag. Laufen mehrere Agenten parallel zu API-Preisen, kann es ein spürbarer Teil des Stundensatzes werden. Dann stellt sich die Frage, ob du die KI-Kosten im Satz trägst oder als Auslage weiterberechnest.
Was KI ändert: Stundensatz oder Wert
Der Stundensatz geht davon aus, dass Arbeit Zeit braucht. Mit KI-Agenten stimmt das nur noch eingeschränkt. Ein angenommenes Beispiel: Ein Modul hat dich früher 40 Stunden gekostet, bei 95 Euro je Stunde 3.800 Euro. Mit Agenten brauchst du heute 16 Stunden und 120 Euro KI-Kosten. Nach Stunden abgerechnet bringt dasselbe Ergebnis 1.520 Euro.
Bietest du dasselbe Modul zum Festpreis von 3.800 Euro an, bleiben nach KI-Kosten 3.680 Euro für 16 Stunden, also 230 Euro je Stunde. Das ist dein effektiver Stundensatz nach KI-Kosten. Der Kunde zahlt für das Ergebnis, nicht für deine Zeit, und dein Tempo gehört dir.
Drei Wege, damit umzugehen: einen höheren Stundensatz verlangen und mit dem Ergebnis begründen, beschriebene Ergebnisse zum Festpreis anbieten, oder nach Aufwand abrechnen und die KI-Kosten getrennt weiterberechnen. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie genau sich der Umfang beschreiben lässt. Mehr dazu im Ratgeber Festpreis oder Aufwand.
In jedem Fall brauchst du den Mindeststundensatz als Untergrenze: Ein Festpreis ist nur gut, wenn der effektive Stundensatz am Ende darüber liegt. Den rechnest du mit dem Rechner für den effektiven Stundensatz nach.
Stundensatz für Softwareentwickler und KI-Entwickler
Der Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap nennt für IT-Freelancer einen Median-Stundensatz von 95 Euro, für Software- und Webentwicklung 90 Euro, für Data & Analytics 100 Euro und für SAP und ERP 120 Euro. Grundlage ist eine Befragung von Freelancern auf der Plattform, Stand 2026.
Einen eigenen Wert für KI-Entwicklung weist die Studie nicht aus. Belastbare Marktzahlen für den Stundensatz von KI-Entwicklern gibt es bislang kaum. Marktwerte zeigen, was andere verlangen. Ob der Satz für dich trägt, zeigt nur deine eigene Rechnung.
Stundenkontingent: Stunden im Voraus verkaufen
Bei einem Stundenkontingent bucht der Kunde eine feste Zahl an Stunden zu deinem Stundensatz, etwa für Wartung, Betrieb oder laufende Weiterentwicklung. Du bekommst planbaren Umsatz, der Kunde einen festen Rahmen.
Vereinbare vorher, was mit ungenutzten Stunden passiert, ob sie verfallen oder übertragen werden, und was gilt, wenn das Kontingent aufgebraucht ist. Beide Seiten sollten jederzeit sehen, wie viel verbraucht ist.
Den Stundensatz im Projekt nachhalten
Effektiver Stundensatz
Bei jedem Festpreisprojekt steht der Festpreis geteilt durch die erfasste Arbeitszeit auf der Projektseite, daneben Kosten und Deckungsbeitrag.
KI-Kosten je Projekt
Zu API-Preisen oder anteilig aus deinen Abos, zusammen mit Arbeitszeit und Einzelkosten.
Abrechnen und nachkalkulierenZeitkontingent
Ein Auftrag mit Kontingent, auch über mehrere Projekte. Ab 80 % Verbrauch steht er auf deiner Startseite.
Effektiver Stundensatz
Honorar, Arbeitszeit und KI-Kosten eingeben und sehen, was dir das Projekt je Stunde gebracht hat.
Zum RechnerFestpreis oder Aufwand
Wann sich welches Abrechnungsmodell lohnt, wenn KI-Agenten mitarbeiten.
Zum RatgeberPreismodelle für KI-Agenturen
Festpreis, Retainer, Aufwand plus KI-Kosten oder wertbasiert im Vergleich.
Zum Ratgeber
Häufige Fragen
Wie berechne ich meinen Stundensatz als Freelancer?
Addiere Wunschgewinn vor Steuern, Vorsorge und alle Kosten einschließlich KI zum nötigen Jahresumsatz und teile ihn durch die Stunden, die du im Jahr wirklich abrechnen kannst. Das Ergebnis ist dein Mindeststundensatz, netto.
Welche Formel gilt für den Stundensatz?
Mindeststundensatz = (Wunschgewinn + Vorsorge + Betriebskosten + KI-Kosten) ÷ (Arbeitstage × Stunden je Tag × Auslastung).
Welcher Stundensatz ist für Softwareentwickler üblich?
Laut Freelancer-Kompass 2026 von freelancermap liegt der Median für Software- und Webentwicklung bei 90 Euro, für IT-Freelancer insgesamt bei 95 Euro. Ob er für dich trägt, hängt von deinen Kosten und deiner Auslastung ab.
Was verlangt ein KI-Entwickler pro Stunde?
Belastbare Marktzahlen gibt es dafür bislang kaum; der Freelancer-Kompass 2026 weist KI-Entwicklung nicht gesondert aus. Rechne deinen Mindeststundensatz selbst und prüfe bei Festpreisen den effektiven Stundensatz.
Wie viele Stunden kann ich im Jahr abrechnen?
Weniger als gedacht. Nach Wochenenden, Feiertagen, Urlaub, Krankheit und Weiterbildung bleiben oft rund 200 Arbeitstage, und davon ist nur ein Teil abrechenbar. Bei 8 Stunden und 70 % Auslastung sind das etwa 1.120 Stunden.
Gehören KI-Kosten in den Stundensatz?
Pauschale Abos meist ja, als Teil der Kosten. Hohe, schwankende Kosten zu API-Preisen kannst du auch als Auslage weiterberechnen. Dann gehören sie nicht in den Satz, aber in die Vereinbarung mit dem Kunden.
Was ist ein Stundenkontingent?
Eine im Voraus gebuchte Zahl an Stunden zu einem vereinbarten Satz, oft für Wartung oder laufende Weiterentwicklung. Wichtig sind klare Regeln für ungenutzte und zusätzliche Stunden. In Time Momentum ist das ein Auftrag mit Zeitkontingent; Aufträge gehören zu Pro.
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